Herbstzeit, 25.10.20

 

Toskana 2020, 12.10.20

Heuer ist Reisen ja generell schwierig und nachdem wir in den letzten Monaten alle geplanten Aufenthalte im Ausland stornieren mussten, haben wir nun die Gelegenheit genutzt, um zumindest ein paar Tage in der Toskana verbringen zu können. Bei herrlichem, fast sommerlichem Wetter (inklusive heftiger Regenschauer), war selbst das Baden im Meer noch angenehm! Fotografisch habe ich insgeheim auf Nebel am Morgen gehofft, dieser Wunsch wurde mir aber leider nicht erfüllt. Dafür gab es einige, schöne Stimmungen ... aber seht selbst! Am Tag der Heimreise hatten wir drei Jahreszeiten an nur einem einzigen Tag: Sommer in der Toskana, Herbst in Oberitalien und Winter im Kanaltal (mit Schneefall bis über die Grenze) ... was für ein Empfang.

Die Balz des Auerhahns, 01.08.20

Im Bergwald kann man im Frühjahr mit viel Glück ein absolutes Highlight beobachten. Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, das ich die Balz des Auerhahns miterleben durfte, doch mit ein wenig Unterstützung wurde mir dieser Wunsch ein weiteres Mal erfüllt. Vielen lieben Dank!

Grundsätzlich hat man ja in der Tierfotografie das Problem, das man nicht nahe genug an seine Motive herankommt und lange Telebrennweiten unumgänglich sind. In diesem konkreten Fall bestand jedoch das größte Problem darin, zumindest etwas Distanz zu gewinnen! Sobald der Hahn ein Geräusch im Umfeld des Wanderweges wahrgenommen hatte, startete er zielorientiert darauf zu und verfolgte die Wanderer entweder zu Fuß, oder aber im Flug! Das ist schon ein beeindruckendes Erlebnis, wenn ein Vogel dieser Größe in vollem Tempo auf einen zukommt! War man dann nicht schnell genug außer Reichweite, wurde man regelrecht fixiert. Glücklicherweise beruhigte sich der Hahn, sobald man reglos stehen blieb. Es erforderte aber durchaus Überwindung, das erstmal zu probieren, schließlich hatte ich bei meinen letzten Begegnungen, vor fast fünfzehn Jahren, ganz andere (schmerzhafte) Erfahrungen gemacht!

Solche Möglichkeiten hat man nicht oft und so habe ich den Standort mehrmals aufgesucht. Ich konnte bei unterschiedlichsten Witterungsverhältnissen fotografieren und entgegen meinen kühnsten Vorstellungen sowohl Porträts, klassische Aufnahmen, dynamische Aufnahmen und sogar einige, tolle Weitwinkelaufnahmen umsetzen. Aufgrund der ungewöhnlichen Voraussetzungen wurden Brennweiten von 20 bis 300 mm verwendet.

Immer wieder hört man von verhaltensauffälligen Auerhähnen und da diese Hähne den Menschen nicht meiden, oft sogar geradewegs auf diese zusteuern, kann es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen. Der mächtige Schnabel des Auerhahns ist nicht zu unterschätzen und auch mit den Schwingen können solche Hähne kraftvoll zuschlagen. Somit sind Konflikte leider oft vorprogrammiert und die Lebenserwartung solcher Hähne ist nicht allzu lange. In diesem konkreten Fall schien der Hahn diese Zeit jedoch sehr gut überstanden zu haben!