Frühjahr 2022, 24.02.22

Während das Coronavirus nach mittlerweile zwei Jahren an Schrecken verloren hat, herrscht wenige hundert Kilometer weiter östlich, mitten in Europa, Krieg. Wieder einmal zeigt sich sehr deutlich, dass der Mensch das größte Problem dieses Planeten ist ... einfach nur traurig! Unbeeindruckt davon schreitet der immer wiederkehrende Zyklus der Natur voran. Erste Farbtupfer erfreuen den Blick des aufmerksamen Beobachters in der sonst noch recht eintönigen Landschaft und geben ein wenig Hoffnung, dass zumindest die graue, kühle Jahreszeit langsam zu Ende geht. Bereits am 24. Februar stehen die Krokusse in einigen Regionen in Vollblüte. In einem kleinflächigen Bereich kommen sie gemeinsam mit der Hundszahnlilie vor und mit etwas Glück blühen sie zur selben Zeit! Auch die Nieswurz ergibt in Nachbarschaft mit den Krokussen ein herrliches Motiv. Weiter im Süden, in Italien, blühen mittlerweile auch die Hundszahnlilien. Hier sind die Pflanzen höher, die Blütenblätter länger und die Farben heller, oft sogar völlig weiß. Im Osten sorgen die Blüten der Küchenschellen für die ersten Farben auf den trockenen Wiesen. Heuer sind sie jedoch deutlich hinter den Erwartungen geblieben. Mittlerweile ist es Mitte März und auch im Umfeld meines Wohnortes sind die ersten Frühlingsknotenblumen im Auwald zu sehen.

Die letzten Tage im März bescherten uns frühsommerliche Temperaturen bis zu 24 Grad. Dieser Umstand brachte auch die Hundszahnlilien in Kärnten zum Erblühen. Der Balzplatz der Moorfrösche ist jedoch aufgrund der fehlenden Niederschläge der letzten Zeit völlig ausgetrocknet. Doch wie so oft im Frühling gibt sich der Winter noch nicht geschlagen. Am 2., 4. und 9. April gab es Schnee bis in die Niederungen und dieser Umstand sorgte wieder mal für nicht alltägliche Möglichkeiten, Frühblüher zu fotografieren. Glücklicherweise habe ich wenige Tage zuvor Schneerosen entdeckt, die gerade erst aufgeblüht sind, denn die kleineren Blumen sind kurzfristig unter der Schneedecke verschwunden!

Am 12. April ging es erstmals seit zwei Jahren der Orchideen wegen wieder nach Kroatien. Heuer ist die Vegetation deutlich später als in den Jahren zuvor und leider scheint auch die (ohnehin geringe) Wertschätzung gegenüber der Natur einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben! In praktisch jeder kleinen Seitenstraße unmittelbar neben den Hauptverbindungen liegt Müll, wie ich es zuvor in Kroatien noch nicht gesehen habe! Es ist einfach nur zum Kopfschütteln! Da werden wundervolle Häuser gebaut, die den Urlaubern meist auch sehr ordentlich präsentiert werden, der Bauschutt, ausrangierte Autos, Plastik und Hausabfälle finden sich jedoch meist wenige hundert Meter landeinwärts!!! Glücklicherweise gibt es aber nicht nur solche Eindrücke! An Orchideen waren jedoch vorerst fast ausschließlich Anacampits morio bereits in Blüte.

Steinwild, 20.11.21

Gerade noch rechtzeitig vor dem Fellwechsel habe ich mich neuerlich auf die Suche nach den Steinböcken in den Julischen Alpen gemacht. Obwohl ich zumindest annähernd weiß, wo sich das Steinwild aufhält, kann sich die Suche dennoch sehr herausfordernd gestalten. Nicht alle Plätze sind für uns Menschen zugänglich und bei weitem nicht alle Plätze sind auch fotogen. Man braucht also auch etwas Glück, um zu Aufnahmen zu gelangen!

Es ist Ende Oktober und der erste Schnee ist bereits gefallen. Die letzten, sommerlichen Tage lassen den Schnee jedoch schnell wieder schmelzen und so sind die meisten Hänge recht einfach zu begehen. Bereits vom Parkplatz aus sind zwei größere Gruppen von Steinböcken zu beobachten, die sich in unterschiedliche Richtungen bewegen. Glücklicherweise sind an diesem Tag nur wenige Wanderer unterwegs und so habe ich mich erstmal auf den zwei Stunden langen Aufstieg gemacht. Oben angekommen erweckte eine Anzahl von Alpendohlen mein Interesse. Durch das Fernglas konnte ich beobachten, wie sie Fleischstücke aus den Überresten eines Steingeiß-Kadavers herauspicken. Nicht der schönste Anblick, aber außergewöhnlich allemal! Beim Abstieg zum Kadaver habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie es wohl zum Tod der Steingeiß kam? Ich glaube nicht, dass Steinwild hier bejagt wird und abgesehen davon fehlt lediglich das Fleisch. Auch einen Sturz kann ich aufgrund der Witterungsverhältnisse ausschließen. Bleibt nur noch ein Riss oder ein natürliches Ableben ... aber welches Tier wäre im letzteren Fall in der Lage, den Kadaver aufzubrechen? Da sich keinerlei Spuren fanden, bleibt diese Frage leider offen ...;

Zu dieser Jahreszeit schwindet das Tageslicht leider viel zu schnell und so mache ich mich erneut auf die Suche. In der Ferne ist eine Gruppe männlicher Tiere in einem Geröllfeld zu sehen und so verbringe ich die letzten Stunden des Tages in einer elitären Männerrunde, deren Benehmen manchmal etwas zu wünschen übrig lässt.

VTNÖ Wettbewerbsplatzierungen 2021, 07.11.21

Obwohl ich in erster Linie für mich selbst fotografiere und auch mein "Drang", mich mit meinen Bildern an Wettbewerben zu beteiligen von Jahr zu Jahr geringer wird, freut es mich natürlich dennoch, wenn eines (oder mehrere) meiner Bilder bei einem Wettbewerb Beachtung finden!

Aktuell darf ich verkünden, das zwei meiner Aufnahmen im VTNÖ Wettbewerb zum Österreichischen Naturfotografen des Jahres 2021, als "Highlight" prämiert wurden!

 

Kategorie Vögel: Highlight - "Blickkontakt"

Neuerlich habe ich diese Aufnahme einem Freund zu verdanken, denn ohne seine Info hätte ich von diesem Auerhahn nichts mitbekommen. Vielen Dank Albert! An diesem frühen Morgen machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Balzplatz, den er im Vorfeld bereits mehrfach besucht hatte. Ich habe mir keine großen Hoffnungen gemacht, denn die Landschaft hat massiv unter den Stürmen im Vorjahr gelitten. Abgesehen davon habe ich meinem Freund versprochen, die Aufmerksamkeit des Hahns auf mich zu lenken, damit auch er in Ruhe Aufnahmen von diesem herrlichen Tier umsetzen kann. Mittlerweile kann ich das Verhalten der Tiere gut einschätzen und obwohl sich der Auerhahn während der Bodenbalz immer wieder auf kürzeste Distanz näherte, zeigte er keinerlei gesteigertes, aggressives Verhalten. So habe ich die Nähe für formatfüllende Portraits genutzt und glücklicherweise waren trotz der bescheidenen Lichtverhältnisse auch einige scharfe Aufnahmen dabei. Bereits drei Tage später war von dem Hahn nichts mehr zu sehen. So blieb es bei dieser einen Gelegenheit und ein paar wenigen Aufnahmen, die mich immer wieder an dieses herrliche Erlebnis erinnern werden.

 

Kategorie Säugetiere: Highlight - "Alpenglühen"

Durch die weltweiten Covid-Einschränkungen bin ich die letzten beiden Jahre kaum einmal zu den Steinböcken in die Julischen Alpen gekommen. An diesem Tag im Herbst habe ich jedoch die offenen Grenzen für eine Wanderung genutzt. Bei der Ankunft am Parkplatz herrscht noch finstere Nacht. Glücklicherweise sind nur wenige PKW vor Ort, denn die Covid Situation hat deutlich mehr Menschen in die Berge gebracht. Manchmal sogar deutlich mehr, als eigentlich zuträglich wären ...;  Im Schein der Stirnlampe beginnt der Aufstieg bei recht zapfigen Temperaturen. Nach einer guten Stunde färbt sich bereits der Himmel im Bereich des Horizonts und mittlerweile kann ich auf die Stirnlampe verzichten. Immer wieder hört man kleine Steinchen, die über die steilen Felsen fallen und ich halte Ausschau nach den Verursachern. Vereinzelt sind Steingeise und ihre Jungen zu sehen und so entstehen die ersten Aufnahmen. Ich gewinne langsam an Höhe und die Sonne beleuchtet bereits die ersten Gipfel. Diese Aufnahme ist der Neugier eines Jungtieres zu verdanken, das sich im richtigen Moment und an günstiger Stelle positionierte, um den schwerfälligen Zweibeiner etwas näher zu begutachten ...;

 

Herzliche Gratulation auch an alle anderen Gewinner dieses Wettbewerbes und allzeit "gut Licht"!