Frühling mit Einschränkungen, 11.03.20

Wie jedes Jahr freue ich mich schon lange auf die ersten, bunten Farbtupfer in den trostlosen, braun-grauen Wäldern und Wiesen. Man könnte denken, es ist ein Frühling wie jedes Jahr, auch wenn die ersten Frühlingsboten immer früher ihre Blüten aus dem Boden empor strecken und doch ist es ein Frühjahr, an das man sich noch lange erinnern wird. Ein neuartiges Virus zwingt die Länder dieser Erde zu teils drastischen Maßnahmen: Veranstaltungen werden flächendeckend abgesagt, Quarantänemaßnahmen verhängt und auch die Reisetätigkeiten werden durch entsprechende Ein- und Ausreisebestimmungen massiv eingeschränkt oder gar völlig untersagt. Als Naturfotograf ist man somit gezwungen, mit dem Vorlieb zu nehmen, was in erreichbarer Nähe liegt und manchmal erkennt man in der Not erst die Tugend!

Nur wenige Tage nachdem ich diese ersten Zeilen verfasst habe, hat sich die Situation neuerlich dramatisch entwickelt. Der Großteil der Geschäfte sowie alle Restaurants, Bars und auch alle öffentlichen Einrichtungen bleiben vorerst mal geschlossen. Die Arbeit wird zum überwiegenden Teil über Homeoffice bewerkstelligt, nur wer in Berufen arbeitet, die zur Aufrechterhaltung aller notwendigen Bereiche erforderlich sind, verrichtet seine Arbeit mehr oder minder normal und es gibt generell Ausgangsbeschränkungen. Angesichts dieser Entwicklung bleibt es für mich vorerst leider bei den sehr wenigen Gelegenheiten, unsere Frühblüher entsprechend meiner Vorstellungen abzulichten. Daher wünsche ich allen: "bleibt gesund und achtet auf euch und eure liebsten", denn irgendwann wird auch dieser Ausnahmezustand ein Ende nehmen!

Glanzlichter 2020, 10.03.20

"Hey, Sie sind ein Glanzlichter-Gewinner!" Diesen Betreff haben die E-Mails von Mara Fuhrmann, wenn man sich zu den glücklichen Gewinnern von Deutschlands größtem Naturfoto-Wettbewerb zählen darf. Dieselbe Nachricht erhielt ich erstmals im Jahr 2005, als ich mit meinem Bild eines laufenden Blässhuhns meine erste Platzierung in einem internationalen Foto-Wettbewerb erzielen konnte. Mittlerweile sind 15 Jahre vergangen und es hat sich vieles verändert. Zur damaligen Zeit konnte man noch nicht mal erahnen, wie sehr sich die Technik und damit auch die Möglichkeiten innerhalb dieser kurzen Zeitspanne weiterentwickeln wird und ein Ende dieser Entwicklung scheint noch nicht in Sicht. Die digitale Technik und die damit beinahe schon selbstverständlich empfundene Möglichkeit, praktisch nur durch den Datenträger begrenzte Mengen an Bildmaterial (mit verhältnismäßig geringem, finanziellem Aufwand) zu produzieren, brachte Aufnahmen hervor, die vor Jahren einfach noch nicht möglich gewesen wären. Nicht nur deshalb scheint die Naturfotografie heute beliebter denn je und so ist dieses Metier auch längst nicht mehr den Profis unter den Fotografen vorbehalten, was sich auch in der Anzahl an Einsendungen bei Wettbewerben regelmäßig widerspiegelt.

In diesem Jahr hatte die Jury, bestehend aus Carsten Braun, Bastian Freese & Mara Fuhrmann, die schwere Aufgabe, aus 16.937 Aufnahmen von 919 Fotografen aus 39 Ländern, die 87 Gewinnerbilder zu ermitteln.

Angesichts dieser beeindruckenden Daten bin ich auch ein klein wenig stolz, mittlerweile mit meiner neunten Aufnahme in diesem renommierten Wettbewerb vertreten zu sein. Nur zu gerne wäre ich bei der Siegerehrung im Zuge der 22. Internationalen Fürstenfelder Naturfototage dabei gewesen, doch derzeit überschattet die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alles andere und dies hat letztendlich zur Absage der Fürstenfelder Naturfototage geführt.

Ich gratuliere allen anderen Gewinnern des Wettbewerbes sehr herzlich! Alle prämierten Aufnahmen finden sie hier;

Glanzlichter 2020 - Diversity of all other Animals - Highlight

Herbst in den Julischen Alpen, 14.09.19

Die kühlen Temperaturen morgens und abends kündigen den nahen Herbst an. Für mich die ideale Zeit, um wieder öfter in die Berge zu gehen. Die Nähe zu den Julischen Alpen und die Gewissheit, das es reichlich lohnenswerte Motive gibt, sind Motivation genug, um den schweren Fotorucksack den Berg hinauf zu tragen. Auch die Steinböcke stehen am Programm, jedoch rechne ich mir momentan, bei den vielen Wanderern, keine allzu großen Chancen aus. Es ist faszinierend, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlagen kann. Losgegangen bin ich bei strahlendem Sonnenschein und nur wenige, harmlose Wolken zierten den blauen Himmel. Oben angekommen stand ich im dichten Nebel, der eine Zeit lang sehr hartnäckig war. Doch wie so oft hat sich das Warten auch diesmal gelohnt! Zufrieden stehe ich dort oben und freue mich, das heute nicht nur die Waden brennen. Ein klein wenig erinnert mich die dramatische Szenerie an den Weg nach Mordor ...;  Eine Zeit lang genieße ich noch das Farbspektakel am Himmel, bevor es im Schein der Stirnlampe den langen Weg zurück hinuntergeht.